Von Bern bis Appenzell: Diese Sextoy-Trends überraschen die Schweiz

Von Bern bis Appenzell: Diese Sextoy-Trends überraschen die Schweiz

Bern liebt Anal-Toys, in Stans sind Dildos besonders gefragt und Appenzell zeigt sich ausgesprochen experimentierfreudig: Eine aktuelle Auswertung gibt spannende Einblicke in die regionalen Sextoy-Vorlieben der Schweiz.

Die Ergebnisse beruhen laut einem Bericht von 20 Minuten auf anonymisierten und regional zusammengefassten Verkaufsdaten eines Schweizer Onlinehändlers. Rückschlüsse auf einzelne Kundinnen oder Kunden sind dadurch nicht möglich.

Wichtig ist jedoch: Die Zahlen zeigen das Einkaufsverhalten der Kundschaft eines einzelnen Shops. Sie sind deshalb nicht als repräsentative Studie über das Sexualleben der gesamten Schweizer Bevölkerung zu verstehen.

Trotzdem sind die Resultate überraschend – und teilweise ziemlich unterhaltsam.

Bern ist die Schweizer Sextoy-Hochburg

Nicht Zürich, Basel oder Genf befindet sich an der Spitze des Rankings, sondern der Kanton Bern.

Gemessen an der Bevölkerungszahl wurden dort laut der Auswertung mehr Produkte bestellt als in jedem anderen Schweizer Kanton. Auf dem zweiten Platz folgt Appenzell Ausserrhoden. Platz drei geht an den Kanton Schwyz.

Die Zahlen zeigen, dass das Interesse an Sextoys keineswegs nur in den grossen Schweizer Städten besonders ausgeprägt ist.

Bern fällt aber nicht nur durch die Anzahl der Bestellungen auf. Auch bei einzelnen Produktkategorien zeigt sich die Region offen und experimentierfreudig.

In der Stadt Bern werden laut der Auswertung schweizweit besonders viele Anal-Toys gekauft. Gleichzeitig gehört Bern zu den Orten mit einer hohen Nachfrage nach Bondage-Produkten wie Handschellen, Fesseln, Augenbinden, Peitschen und weiteren BDSM-Accessoires.

Kurz gesagt: Die vermeintlich gemütlichen Bernerinnen und Berner scheinen es im Schlafzimmer durchaus abwechslungsreich zu mögen.

Kleine Orte mit grossen Vorlieben

Besonders auffällig sind einige kleinere Schweizer Städte und Gemeinden.

Stans im Kanton Nidwalden taucht in mehreren Kategorien ganz vorne auf. Dort werden besonders viele klassische Dildos und Fantasy-Dildos bestellt.

Bei Fantasy-Dildos handelt es sich um Toys mit ungewöhnlichen Formen, Strukturen oder Designs. Einige Modelle sind beispielsweise von Fabelwesen wie Drachen oder Einhörnern inspiriert.

Stans liegt ausserdem bei Strap-ons an der Spitze. Auch Analduschen sowie erotische Spiele und Geschenke scheinen dort besonders beliebt zu sein.

Beim Thema Safer Sex fällt die Gemeinde ebenfalls positiv auf: Laut der Auswertung werden in keiner anderen untersuchten Stadt mehr Kondome gekauft.

Ob Stans damit tatsächlich die vielseitigste Stadt der Schweiz ist, lässt sich natürlich nicht beweisen. Die Bestellungen zeigen aber, dass sexuelle Neugier nichts mit der Grösse eines Wohnortes zu tun hat.

Appenzell experimentiert gerne

Auch Appenzell sorgt für mehrere überraschende Ergebnisse.

Dort werden besonders viele realistische Masturbatoren gekauft. Ausserdem liegt die Stadt bei Sexpuppen und Penis-Formungssets weit vorne.

Mit solchen Formungssets lässt sich beispielsweise ein Abdruck des eigenen Penis oder des Penis eines Partners herstellen. Daraus entsteht anschliessend ein individuell geformtes Toy.

Auch Peniskäfige scheinen in Appenzell besonders gefragt zu sein. Diese werden häufig im Zusammenhang mit Keuschheitsspielen, Kontrolle oder einvernehmlichen Machtspielen verwendet.

Beim Gleitgel fällt Appenzell ebenfalls auf: Laut der Auswertung wird dort besonders viel davon bestellt.

Zug liebt Verkleidungen – Uster kauft XL

Nicht alle regionalen Unterschiede drehen sich direkt um Vibratoren oder Dildos.

Im Kanton Zug werden besonders viele erotische Kostüme und Verkleidungen gekauft. Ob Uniform, Rollenspiel-Outfit oder verführerische Unterwäsche: Die Zuger Kundschaft scheint Fantasie gerne mit dem passenden Outfit zu verbinden.

In Uster wiederum werden laut der Auswertung mehr XL-Kondome bestellt als in jeder anderen untersuchten Stadt.

Daraus sollte man allerdings keine wissenschaftlichen Rückschlüsse auf die Anatomie der Bevölkerung ziehen. Kondome können schliesslich auch für Partnerinnen und Partner gekauft werden. Zudem stammen die Daten nur von einem einzelnen Händler.

Welche Dildo-Grösse kauft die Schweiz?

Auch bei der durchschnittlichen Grösse der gekauften Dildos gibt es regionale Unterschiede.

Schweizweit beträgt die durchschnittliche Länge laut der veröffentlichten Auswertung 15,75 Zentimeter.

In Bern liegt der Durchschnitt bei 16,5 Zentimetern, während die in Zürich gekauften Modelle durchschnittlich 15,25 Zentimeter lang sind.

Die meisten Dildos werden im Städtevergleich in Stans bestellt. Dahinter folgen Appenzell, Chur, Luzern und Bern.

Würde man alle in der Schweiz verkauften Dildos aus der Auswertung hintereinanderlegen, ergäbe sich eine Gesamtlänge von rund 1’071 Metern.

Das entspricht ungefähr elf Fussballfeldern oder beinahe der Strecke vom Bundeshaus bis zum Bärengraben in Bern.

Die beliebtesten Gleitgel-Geschmäcker

Auch aromatisiertes Gleitgel scheint in der Schweiz zahlreiche Fans zu haben.

Die drei beliebtesten Geschmacksrichtungen der Auswertung sind:

  1. Himbeere
  2. Blaubeermuffin
  3. Caramel Latte

Zürich gilt dabei als wichtiger Markt für Gleitgel mit Geschmack. Himbeere soll dort besonders häufig bestellt werden.

Bei der Verwendung von aromatisiertem Gleitgel sollte immer auf die Herstellerangaben geachtet werden. Nicht jedes Produkt eignet sich gleichermassen für vaginale, anale oder orale Anwendungen.

Auch bei der gemeinsamen Verwendung mit Kondomen oder Toys sollte geprüft werden, ob das Gleitgel mit dem jeweiligen Material kompatibel ist.

Wo werden am wenigsten Sextoys bestellt?

Am unteren Ende des Rankings befindet sich der Kanton Genf.

Dort werden gemessen an der Bevölkerungszahl laut der Auswertung am wenigsten Produkte bestellt. Auch andere Regionen der Westschweiz liegen im Vergleich eher weiter hinten.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass dort grundsätzlich weniger Interesse an Sextoys besteht.

Solche Unterschiede können auch andere Gründe haben. Dazu gehören beispielsweise die Bekanntheit eines Shops, verschiedene Sprachregionen, regionale Konkurrenzangebote oder unterschiedliche Einkaufsgewohnheiten.

Was verraten diese Zahlen wirklich?

Solche Rankings sind unterhaltsam und können interessante Verkaufstrends sichtbar machen. Sie sagen aber nicht, was jede einzelne Person in einem Kanton mag.

Nur weil in Bern viele Anal-Toys bestellt werden, steht deshalb natürlich nicht ganz Bern auf anale Stimulation.

Ebenso wenig besitzt jede Person in Appenzell eine Sexpuppe oder jede Person in Uster einen besonders grossen Penis.

Die Daten stammen aus den Verkäufen eines einzelnen Unternehmens. Sie zeigen deshalb vor allem, welche Produkte dessen Kundschaft in bestimmten Regionen gekauft hat.

Eine repräsentative Umfrage mit zufällig ausgewählten Personen ist das nicht.

Trotzdem vermittelt die Auswertung eine wichtige Botschaft: Sexuelle Vorlieben sind vielfältig – in Städten genauso wie auf dem Land.

Während manche Menschen klassische Vibratoren bevorzugen, entdecken andere Bondage, Anal-Toys, Masturbatoren oder vollkommen neue Formen gemeinsamer Lust.

Es gibt kein normales Sextoy

Ob Bern, Zürich, Appenzell oder Genf: Welches Toy zu einer Person passt, entscheidet nicht der Wohnort.

Entscheidend ist, was sich angenehm anfühlt, neugierig macht und zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Ein Toy muss weder besonders gross noch aussergewöhnlich sein. Für manche ist ein kleiner Vibrator der perfekte Einstieg. Andere bevorzugen intensive Druckwellen, Anal-Toys, Masturbatoren oder Produkte für Paare.

Es gibt kein Sextoy, das automatisch zu allen Menschen passt. Genau deshalb lohnt es sich, die eigenen Wünsche in Ruhe zu entdecken.

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Quelle: 20 Minuten: «Sextoys in der Schweiz – das shoppen die Kantone am liebsten»
Stand: Juli 2026
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